Kirchgasser traut sich WM-Medaille zu

Ein Wechselbad der Gefühle erlebte heute Michael Walchhofer als OK-Vizepräsident der Damenrennen im Rahmen des „Audi FIS Weltcup“ in Altenmarkt/Zauchensee. Bei einem Lokalaugenschein am frühen Morgen fand Walchhofer eine tolle Piste vor, denn das rund 300-köpfige Team von Streckenchef Heinz Stohl hatte während der Nachtstunden Schwerstarbeit geleistet. Doch die Ernüchterung brachte dann der plötzlich einfallende Nebel, der den permanenten Schneefall begleitete und das geplante Abfahrtstraining unmöglich machte.

Gegen 12.30 Uhr fiel dann folgende Entscheidung: Die Abfahrt (Start Hot Air) hat Vorrang, für Samstag sind um 7.45 eine Besichtigung, um 9.15 ein Training und um 11.15 Uhr das Rennen geplant. Bei erneuten Wetterproblemen soll die Abfahrt auf Sonntag verschoben werden, somit würde die Alpine Kombination ausfallen.

Während im Sitzungssaal in der Weltcuparena bei den Verantwortlichen die Köpfe rauchten, stellte sich Michaela Kirchgasser um 11.30 Uhr im Pressezentrum den Fragen der Journalistinnen und Journalisten. Ihr Auftritt war umso brisanter nach dem Interview mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, in dem er Kirchgasser indirekt den Rücktritt nahe gelegt hatte. Auf die Frage, wie diese Worte des Präsidenten bei ihr angekommen sind, meinte die 31-Jährige ganz entspannt: „Gar nicht, denn während der Saison lese ich keine Zeitungen. Als mir seine angeblichen Aussagen erzählt wurden, musste ich schmunzeln. Ich habe zum Präsidenten ein sehr gutes Verhältnis, wenn er mir etwas mitteilen will, dann weiß er, dass er es mir ins Gesicht sagen kann. Ich nehme das nicht für bare Münze. Es wäre doch feig, mir über die Medien etwas auszurichten, und der Präsident ist alles andere als feig.“ Weiters sprach Jung-Ehefrau Michaela Kirchgasser über:

Verletztes Knie: „Es ist nach der Intensivbehandlung besser geworden, aber nicht optimal. Ist halt eine Alterserscheinung, aber ein Aufgeben kommt für mich nicht in Frage. Mein Ziel ist die WM in St. Moritz, wo ich mir gute Chancen ausrechne, in der Alpinen Kombination eine Medaille zu gewinnen.“

Zauchensee: „Die Piste ist sehr gut, das habe ich auch von den anderen Mädels gehört. Wir alle wären froh über ein Rennen.“ Kirchgasser plant in der Alpinen Kombination den Start im Super-G und, wenn es das Knie erlaubt, auch im Slalom.

Karriere-Ende: „Meine Leidenschaft für den Rennsport ist nach wie vor sehr groß. Ich habe erfahren, wie es sich anfühlt zu siegen. Es ist wunderschön. Wenn diese Leidenschaft einmal nicht mehr in Relation zur Gesundheit steht, dann werde ich aufhören. Denn es gibt für mich auch ein Leben nach dem Skirennsport.“

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